Papiermühle Plöger
Kulturdenkmal und Technik-Museum

Eröffnungsveranstaltung am 30. Mai 2001

Nach erfolgreichem Abschluss der Restaurierungsarbeiten wurde die
Papiermühle Plöger am Mittwoch, dem 30 Mai 2001 als Technikmuseum eröffnet.

Im Rahmen einer Festveranstaltung sprachen:

Dieter Feldmann
Vorsitzender des Heimatvereins

Herbert Neseker
Präsident der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat und Kulturpflege

Dr. Wolfgang Roters
Leiter der Abteilung Stadtentwicklung im Ministerium Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport NRW

Landesrat Prof. Dr. Karl Teppe
Kulturdezernent des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe

Gert Klaus
Bürgermeister der Stadt Schieder-Schwalenberg


Die Mühlentechnik wird an diesem Tag erstmals im Betrieb präsentiert.

Renovierung der Papiermühle

Die restaurierte Plöger’sche Papiermühle präsentiert sich heute als ein äußerst anschauliches Museum für die Darstellung der Papierproduktion um 1900. Es zeigt die fast komplett erhaltene technische Anlage in den Produktionsräumen – etwa die beiden oberschlächtigen Wasserräder in der überdachten Wasserradkammer, den Kollergang, den Steinholländer, die Rundsiebmaschine aus den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts, verschiedene Spindelpressen, das Glättwerk und natürlich den zweistöckigen Trockenboden zum Aufhängen der Bögen, der so charakteristisch für Papiermühlen war. Einzelne Maschinen können dem Besucher im Vorführbetrieb präsentiert werden. Die Gesamtanlage wird abgerundet durch die Wehranlage in der Niese, den Obergraben und den Untergraben.

Pressebericht:

Welle rutscht durchs Fenster
Museum in der Papiermühle Plöger wird morgen eröffnet - Schieder-Schwalenberg (khk).

Im Niesetal wird es eng. Ein großer Autokran fährt durch die schmale Sackgasse zur Papiermühle Plöger und sucht sich einen sicheren Standplatz. Er soll hier einen "Flutkasten" über das Dach der Mühle an seinen vorgesehenen Platz hieven. Letzte Montagearbeiten vor der offiziellen Einweihung des Mühlenmuseums, die am morgigen Mittwoch über die Bühne gehen soll. Christian Höbel, Referent für technische Kulturdenkmäler vom Denkmalamt in Münster, gerät ins Schwitzen. Er bereitet das Mörtelbett vor, in das das "Gerinne", wie der Mühlenbauer es nennt, eingelassen wird. Anschließend muss es dann mit den zwei bereits einbetonierten Doppel-T-Trägern verschraubt werden. Der Fachmann erklärt die Funktion: "Da unten kommt ein kleines und ein großes Wasserrad hinein, und über diesen Kasten wird das Wasser zu jedem Wasserrad extra geleitet. Die Wasserräder können also unabhängig voneinander betrieben werden. In der Mitte gibt es noch eine ,FreiflutÕ, durch die das Wasser abgeleitet werden kann." Karl Rohlfing, Mühlenbauer aus Stemwede, hat den Metallkasten geschweißt. Er erzählt, dass er vor 21 Jahren sein Hobby zum Beruf gemacht hat. Der "Mühlenbazillus" habe ihn damals erwischt und nicht wieder losgelassen. Seitdem kann er sich über Auftragsmangel nicht beklagen. Auch an der Papiermühle ist noch einiges zu tun. Der Kranführer hat den Flutkasten inzwischen behutsam über das Dach gehoben, die Kommandos von Ludger Kewe, Leiter der Bauverwaltung Schieder-Schwalenberg, werden präzise befolgt. Zehn Zentimeter Platz sind an der Dachrinne. Um die Fenster auf der anderen Seite nicht zu touchieren, müssen die Halteseile ständig korrigiert werden. Langsam, fast perfekt, senkt sich der Kasten in das Mörtelbett. "Noch drei Zentimeter hängen", gibt Ludger Kewe durch, und der Flutkasten sitzt an Ort und Stelle. Das Verschrauben mit den Eisenträgern bringt dann noch einmal eine Verzögerung: Die Bolzen sind zu kurz. Ersatz muss her. Es fehlen außerdem noch die Wellen und die Wasserräder. Deren Einbau ist auch eine knifflige Arbeit, muss die eine Welle doch von außen durch ein kleines Fenster in die Mühle gebracht werden. Das verzögert sich zwar bis Sonntagmittag, aber Karl Rohlfing sieht sich dennoch voll im Plan. Mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl, da ist er sicher, werden die Teile das "Nadelöhr" passieren. Spätestens am Mittwoch, wenn mit offiziellen Gästen das Museum eröffnet wird, muss alles fertig sein.